Thursday, 16 October 2008

Fünf Jahre

So lang.


Das Meer und das Leben,
Monotype on Blotting paper, 40x30cm

Letztens lief ich nach Hause nach dem Shoppen bei Marks und Sparks und erinnerte mich an ein Gespräch. Draußen vor Karstadt Sport. Du meintest, ich würde mal Bücher publizieren. Ich war 22, lachte lauthals und zeigte dir nen Vogel. Du spinnst ja, du Träumer!

Dann dachte ich mir ein ähnliches Gespräch aus. Dieses mal im T-Keller, du mit Rioja, ich mit Bier und es ging darum, dass ich malte und Bilder ausstellte. Für einen Augenblick sah ich dein Gesicht, den Kopf leicht schräg gelegt und hörte das langsam lauter werdende Lachen. Ein subversives Gurgeln. Und dann entspann sich ein wenig Geketze um solch bürgerliche Aktivitäten, die die schwarzgekleideten Straßenkämpferkids, deren Eltern samt und sonders der Toskana Fraktion angehörten, ja ganz und gar nicht akzeptabel fänden. Voll die falsche Moral. Und wir lachten und du kippeltest hingebungsvoll auf deinem Stuhl. Ich zeigte dir noch nen Vogel.

Morgen gibt's ne Vernissage - das hört sich auf deutsch tatsächlich unsäglich an. Ich werd M. von dir erzählen, dann machen wir ein wenig teilnehmende Beobachtung zusammen und trinken warmen, süßen Weißwein. Was meinste? Ein date? Kommste mit? Auf dich dein Leben La'haim! Immer wieder, anders geht das nicht - aber auch das wusstest du damals schon, oder?



The tide moving in, Singing Sands, Eigg

2 comments:

Irene said...

Süße, hab es gelesen und bei der Beschreibung seines Lachens schossen mir ein wenig die Tränen in die Augen. 5 Jahre ist es her? Mein Gott, die Zeit. Gespräche mit ihm und Alex unter unserem Apfelbaum, die Geduldsübung, mit ihm zu Kochen, mit ihm Flamenco zu sehen und gemeinsam nach Spanischem zu schmachten. Und ihn dann hier vermeintlich in einem anderen wiederzuerkennen. Was für ein Fehler. Es gab halt nur den einen. Drück Dich!

Gesa said...

Aber das weisst du doch: auch braune pilze muessen weiss sein ;) - Rosie sieht das genauso.

Wie schoen, dass er sich euch alle suchte als ich gegangen war. Am do fiel mir immer wieder ein, dass einfach viele an ihn denken werden - und das alles Menschen sind, die ueber ihn aneinanderhingen. 'Netzwerke' - viel zu trivial fuer's Leben.

Am do hat' ich ein Treffen, wo mir die Frau erzaehlte, dass sie grade zuvor Guernica in Madrid gesehen hatte; erinnerst du dich noch als er am ersten Abend mit der dicken Pradosammlung aufschlug, um mir Goyas Majas zu zeigen. Wunderbar, wie befremdlich ich das fand! So viel Eigensinn, der Sturkopf.